Ulla Lenze

»In äußerst feiner und genauer Prosa erzählt, meisterlich.«

Hubert Winkels, Börsenblatt

 

Seit ihr Vater bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückt ist, ist auch Ariane irgendwie nicht mehr da. Auch die rauschende Stille der indischen Palaniberge, in denen sie Monate in einem Zen-Kloster verbracht hat, scheint Lichtjahre entfernt. Spätestens als sie eines Morgens unter dem Fenster ihres Liebhabers erwacht, weiß sie, dass mit ihr etwas nicht mehr stimmt. Doch wie ließe sich vernünftig und gradlinig leben, wenn doch der Tod sich nicht ins Leben einfügen will, wenn doch immer ein Rest bleibt: die Erinnerung an ein letztes Winken am Bahnsteig, die befremdliche Präsenz in den gespeicherten Nachrichten des Anrufbeantworters und die quälende Frage nach den wirklichen Ursachen des Unfalls. Mit ihren poetischen, gestochen scharfen Bildern rückt Ulla Lenze so nah an die Erfahrung des Abschieds und des Selbstverlusts heran, dass diese physisch präsent und greifbar wird. Atemlos folgt man der Ich-Erzählerin, wünscht ihre Rettung herbei, und weiß doch, dass sie gerade jetzt so nah an den Dingen ist, wie man nur in tiefster Trauer, in der tiefsten Krise sein kann.

Der kleine Rest des Todes
Roman
Frankfurter Verlagsanstalt, März 2012, 160 Seiten
ISBN: 978-3627001797

»Ulla Lenze schreibt eine tolle, empfindungsintensive, pathosfreie Prosa, die sich nie der Illusion hingibt, die Sache zu erzählen könne irgendwie helfen. Und ich glaube, mir gefällt dieses Buch, weil ich seine Sprache für echt und wahr und ehrlich halte.«

David Wagner

»Ein Roman wie ein Strudel. […] Dabei schreibt Ulla Lenze […] auf keine Pointe hin. Vielmehr, und das macht ihre Kunst aus, bildet sie den Hintergrund des Schreckens in den Selbstbetrachtungen ihrer Hauptfigur ab, die durch den Verlust des Vaters eine dramatische Befreiung von den Konventionen erlebt, die ihr bis dahin, notdürftig genug, Halt gegeben haben. Die junge Frau, eine Akademikerin auf dem Weg zur Promotion, die sie sich aufgegeben hat, um eine tüchtige Tochter zu sein, beobachtet sich staunend, dann erschrocken beim Absturz aus den Sicherheiten des bürgerlichen Lebens.«

Andreas Montag, Frankfurter Rundschau, Literatur.Magazin

»Vielmehr sind es die seidenzart geschlagenen Moll-Akkorde und die schmiegsamen Gedankenströme, die diesem schmalen Roman seine poetische Magie verleihen.«

Björn Hayer, Die Welt

»Ein Roman über das Leiden und über ‘das Leiden am Leiden’. Er dringt in jene Räume vor, die zu betreten am schwersten sind. Dort nämlich kann man etwas entdecken, was ungeheuer fragil, instabil, unfassbar, transzendent ist: das eigene Ich.«

Ulrich Rüdenauer, Deutschlandfunk

»Eine ganz eigene Stimme im vielköpfigen Totengesang der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.«

Kai Sina, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Der bemerkenswerteste Aspekt an Ulla Lenzes hochkonzentriertem Buch ist, wie nachvollziehbar hier eine Trauernde aus sich selbst heraus das Recht zum hemmungslosen Egoismus entwickelt.«

Christoph Schröder, Süddeutsche Zeitung

»Ein Buch über Todeswut, das sich lohnt.«

Brigitte

»In einem fein gewirkten Sprachgeflecht entführt uns die Icherzählerin in eine Isolation, die viel kathartisches Potenzial aufweist für diejenigen, denen das Ableben eines geliebten Menschen schon zugesetzt hat. Aber auch alle anderen sollten dieses wunderbare literarische Kleinod unbedingt lesen.«

Financial Times Deutschland